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Projekt Spix-Ara - Status

Johann Baptist Ritter von Spix (1781 – 1826), Leiter der Zoologischen Sammlung in München und Forschungsreisender, brachte von seinen Reisen in Brasilien umfangreiches Material mit, u.A. eine Menge von Vogelbälgen. Leider verstarb er kurz nach seiner Rückkehr aus Brasilien, so dass es seinem Schüler Johann Georg Wagler vorbehalten war, dieses Material auszuwerten. In dessen Werk Monographia Psittacorum (Monographie der Papageien), das 1832 erschien, beschrieb er den kleinen blauen Ara aus dem Spix-Nachlass, den Ararina Azul der Brasilianer, als Sittace Spixii. Unter dem Gattungsnamen Sittace wurden damals alle langschwänzigen Papageien zusammen gefasst. Der französische Naturalist Prinz Charles Bonaparte, ein Neffe Napoleons, erkannte 1854 die Besonderheit dieser Art und seitdem heißt der Spix-Ara Cyanopsitta spixii.
Seit seiner Entdeckung im Jahre 1819 gilt der Spix-Ara als selten, und über sein Freileben gibt es nur wenige Hinweise in der ornithologischen Literatur. In der Mitte des vergangenen Jahrhunderts galt er als ausgestorben (letzte Sichtung durch Pinto 1938), bis er 1986 durch Paul Roth wieder entdeckt wurde. Er sichtete drei Vögel in der Nähe von Curaça im Norden des Bundesstaates Bahia – vielleicht die letzten drei ihrer Art. Deren Nachkommen wurden in den 80er Jahren wohl komplett eingesammelt und dann in den USA und Europa zu hohen Preisen angeboten - wahrscheinlich der Grundstock der heutigen Population in Menschenobhut.
Den ursprünglichen Lebensraum des Spix-Aras bildeten die Trockenwälder (Caatinga) im Norden und Westen Bahias, im östlichen Goais und Tocantins, im Süden Piauis und im Südzipfel Maranhaos, Bundesstaaten im inneren östlichen Brasilien. Die letzten Vögel lebten in der Gegend des Ortes, an dem Spix das erste Exemplar sammelte.
Immer wieder gibt es Gerüchte, dass in weniger bewohnten Regionen der Caatinga-Region im Osten Brasiliens Spix-Aras gesichtet worden seien. Bisher konnte aber keine dieser Meldungen bestätigt werden.